Herzlich willkommen in Ottweiler! 

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Die israelische Lyrikerin Zelda Schneerson Mishkovsky (1914-1984) hat mit ihrem Gedicht „Jeder Mensch hat einen Namen (Lechol isch jesch schem)“ die Lebenswirklichkeit unserer Namen poetisch zur Sprache gebracht. Erschienen ist es 1974 in ihrem Gedichtband Al Tirhak (Nähere dich nicht). Jedes Jahr wird es im April in Israel am nationalen Gedenktag an Shoa und Heldentum (Jom haScho’a) feierlich rezitiert:


לכל אדם יש שם.

Jeder Mensch hat einen Namen

(Lechol isch jesch schem)

Jeder Mensch hat einen Namen,
den ihm Gott gab,
und den ihm Vater und Mutter gaben.

Jeder Mensch hat einen Namen,
den ihm seine Größe und sein Lächeln gaben,
und den ihm sein Gewand gab.

Jeder Mensch hat einen Namen,
den ihm die Berge gaben,
und den ihm seine Mauern gaben.

Jeder Mensch hat einen Namen,
den ihm die Sterne gaben,
und den ihm seine Nachbarn gaben.

Jeder Mensch hat einen Namen,
den ihm seine Sünden gaben,
und den ihm seine Sehnsucht gab.

Jeder Mensch hat einen Namen,
den ihm seine Feinde gaben,
und den ihm seine Liebe gab.

Jeder Mensch hat einen Namen,
den ihm seine Feste gaben,
und den ihm seine Arbeit gab.

Jeder Mensch hat einen Namen,
den ihm die Jahreszeiten gaben,
und den ihm sein Blindsein gab.

Jeder Mensch hat einen Namen,
den ihm das Meer gab,
und den ihm gab der Tod.


Hier geht es zu den ›Stolpersteinen‹, mit denen wir in Ottweiler der Namen der einst unter uns lebenden Mitbürger jüdischen Glaubens gedenken. 30 Stolpersteine vor den letzten Wohnstätten der jüdischen Mitbürger erinnern an ihre Vertreibung, Flucht oder an die Deportation und Ermordung in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten.

Hier geht es zum ›Jüdischen Friedhof‹, dem ›Haus des Lebens‹, der als einziges authentisches Denkmal der ehemaligen jüdischen Gemeinde von Ottweiler erhalten blieb.